review: hiphop

Rekless – Von zu Hause aus

Nach dem genialen 4zu1 Album, liegt nun das erste Solowerk von Roger Rekless im Postkasten. Dass Spannung sowie Erwartung durch vorherige Releases hoch anzusiedeln waren, versteht sich von selbst. „Der beste Studentenrapper Deutschlands“ verarbeitet auf der LP sein Leben und erzählt dabei ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Gangsterrap?! Yep. Aber Vorsicht – hier sollte man nicht an die offene Schublade denken, die uns alle ans Schienbein stößt! Mit bekanntem Witz und Charme werden Münchner G’schichten ausgepackt, die den Weg über Drogen, Kleinkriminalität und Arbeitslosigkeit, über HipHop, 089 bis hin zum Pädagogik-Studium beschreiben. Der Mann spricht Themen an, mit der sich die Jugend unweigerlich konfrontiert sieht – wie er selbst. Schließlich hat sich der 58er seinen Respekt hat erarbeitet. Beispiele? Neben dem Studium, ist der DJ bei den Plastic Juggaknots, Rapper bei 4zu1, Bassist bei der Hardcore-Band „089“, Aktivist in einer Writer-Crew und war/ist im Grafitti-Streifen „Wholetrain“ auch noch auf der Leinwand zu bestaunen. Noch Fragen?! Obwohl der Workaholic beinahe alles selbst gemacht hat, gibt’s dabei Features vom Bandkollegen Minit, Pretty Mo, Westa MC und Solion. Bei der Musik gab’s auch etwas Hilfe von den Hitfarmers, PH7, Phil Million und Realson. Das trägt sicher zur Vielseitigkeit der Beats bei, die vom gewohnten 4zu1er Style bis zu lauteren und mächtigeren Soundgerüsten durchgehend dick sind. Alles in allem, ein Album, dass man gut hören kann und von dem man auch noch was „mitnehmen“ kann. Keine aufgesetzten Gangster-Attitüden, sondern Rap von der Straße. Nix anders!

29.11.2006 / Tominoka / mail


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